Kommen wir zur Analyse eines weiteren Flyers vom Schwindel-Arzt Bodo Schiffmann. Hier findet Ihr den Kurzbericht zum ersten Flyer.

Der zweite Flyer ist recht kurz und lässt sich hier anschauen/herunterladen.

Im zweiten Flyer sind verschiedene Zitate von verschiedenen Personen/Ämtern aufgelistet. Eine Zusammenfassung über Fakten zu Kindern/Jugendlichen befindet sich am Ende des Beitrages, da sich die meisten Aussagen überschneiden, gibt es jeweils nur eine kurze Zusammenfassung:

Vorderseite

Das Besondere am SARS-CoV-2-Virus ist, dass die Ansteckungsgefahr einer Person vom Alter abhängig ist.

Flyertext / Bodo Schiffmann

Abhängig ja, jedoch bei Kindern nicht geringer als bei Erwachsenen (siehe „weitere Informationen vom RKI“ unten).

Wussten Sie, dass es weltweit keine gefestigte Evidenz gibt, die belegen würde, dass bei dem neuartigen Coronavirus irgendeine Gefahr von Kindern ausgehen würde?

Flyertext / Bodo Schiffmann

Da die Ansteckungsrate bei Kindern ähnlich hoch wie/höher als bei Erwachsenen ist, existiert durch Kinder eine Gefahr von Kindern als Verbreiter des Virus (siehe „weitere Informationen vom RKI“ unten).

Kinder werden seltener infiziert, sie werden seltener krank, die Letalität liegt nahe bei null, und sie geben die Infektion seltener weiter.

Thesenpapier 2.0 zur „Pandemie durch SARS-CoV-2/Covid 19“ “
https://www.socium.uni-bremen.de/uploads/News/2020/Corona_Thesenpapier_2.pdf

Aufgrund der Maßnahmen (Schulschließungen, Home-Schooling) konnten größere Ausbrüche bei Kindern vermieden werden. Dass Kinder seltener krank werden und auch seltener sterben, ist etwas Positives, hat nur nichts mit der Ansteckungsrate zu tun, die ähnlich hoch wie bei Erwachsenen ist (siehe „weitere Informationen vom RKI“ unten).

Es ist so, dass Kinder praktisch nicht infiziert werden und vor allem nicht das Virus nicht weitergeben.

Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit, Schweiz, Aargauerzeitung.ch, 01.05.2020, „Daniel Koch kontert Kritik nach deutscher Studie zu Ansteckung bei Kindern“

In diesem Artikel werden fehlende wissenschaftliche Belege und die Ungenauigkeit dieser Aussage kritisiert. Koch präzisierte in einer Pressekonferenz: „Wenn die Kinder grösser werden, so ab 10 Jahren, steigt das Risiko leicht an und bei Jugendlichen ist das Risiko wieder gegeben„. Da auch Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche in die Schule gehen, passt die (verkürzte) Aussage Kochs nicht in diesen Argumentationsstrang.

In keinem Fall wurde das Virus von jungen Menschen übertragen

In Norwegen wurden 8000 Krankheitsfälle von Covid-19 nachverfolgt. Man fand keinen einzigen Fall, in dem das Virus in der Altersgruppe unter 20 Jahren weiterverbreitet worden wäre. www.srf.ch, 12.05.2020, Corona-Bilanz in Norwegen

Da es Schulschließungen und Homeschooling gab, konnte sich das Virus nicht durch geöffnete Schulen verbreiten. Dies nennt sich Präventionsparadox – die Maßnahmen werden kritisiert, weil sie erfolgreich waren.

Wenn Kinder infiziert sind, dann haben sie sich die Infektion eher bei Erwachsenen geholt. Es ist eher nicht so, dass Kinder dazu beitragen, dass Erwachsene Infektionen bekommen. Das ist eine wichtige Erkenntnis.

Gérard Krause, Leiter der Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für
Infektionsforschung, https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-schulstudie-epidemiologe-gerard-krause-100.html

Vor den Sommerferien sorgten Schulschließungen und Homeschooling für dieses Ergebnis. Seit den Schulöffnungen sind es Abstands- sowie Hygieneregeln und das Tragen von Masken. Im Zitat wird selbst gesagt „eher“, nicht aber „nicht“ (siehe „weitere Informationen vom RKI“ unten).

Kinder sind nicht nur keine Treiber der Corona-Pandemie – sie könnten
sogar eher Bremsklötze für das Virus sein.

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Dresden
Süddeutsche Zeitung, 13.07.20, Kinder bremsen laut Studie das Virus aus

Die gleiche Person sagte im gleichen Artikel ebenfalls „Auch für Kinder nehmen wir es ernst, wir kennen schwer kranke und verstorbene Kinder„, was weder hier, noch bei den anderen Zitaten erwähnt wurde.

Die Münchner Virenwächter-Studie fand bei über 1000 getesteten Kindern keinen einzigen positiven Testbefund und schlussfolgerte: „…Wir können weiter keinen Anhaltspunkt dafür entdecken, dass Kinder zu den Hauptüberträgern des neuartigen Coronavirus zählen.“

Pressemitteilung LMU Klinikum, 06.08.2020

Siehe „weitere Informationen vom RKI“ unten.

COVID-19 ist nicht die Grippe. COVID-19 befällt eine viel geringere Anzahl von Kindern und die Zahl der Übertragungen von Kindern auf Kinder und von Kindern auf Erwachsene ist viel geringer.

Dr.Nick Coatsworth, medizinische Bezugsperson der australischen Regierung, https://www.health.gov.au/news/getting-our-kids-back-to-school-a-matter-of-trust

Auch Kinderärzte-im-Netz haben darüber berichtet und kommen auf ähnliche Ergebnisse. Sie schreiben dazu, dass in Australien die Schulen während der ersten Welle geöffnet blieben, jedoch begleitet von Abstands- und Hygieneregeln. Auch wurden bei festgestellten Infektionen rasch Quarantänemaßnahmen vorgenommen. „12 Kinder und 15 Lehrer/Betreuer besuchten ihre jeweilige Einrichtung demnach auch zu einer Zeit, in der sie infektiös waren […]. Von ihren insgesamt 1448 Kontaktpersonen dort erkrankten lediglich 18 an Covid-19.“ – trotz der Abstands- und Hygieneregeln.

Rückseite

Schüler, die auf dem Schulgelände und im Schulbus Masken tragen müssen, berichten von Unwohlsein, Schwindel oder Kopfschmerzen. Kindergartenkinder werden in 2-wöchige Quarantäne gesteckt, obwohl sie kerngesund und topfit sind und selbst einen negativen PCR-Test haben – nur weil es irgendeinen Kontakt zu einer PCRpositiven Person gab. Sie haben keine Bewegung an der frischen Luft und werden von ihren Freunden isoliert. ➔ ➔ ➔ All dies müssen sie „aus Solidarität“ erdulden, weil ihnen gesagt wird, dass sie eine Gefahr für andere wären.

Flyertext / Bodo Schiffmann

Es gibt keine Quellenangabe, die diese Behauptungen stützt. Es berichten hingegen mehrere Seiten (fitbook.de, sat1regional.de und apotheke-adhoc.de), dass das Tragen von Masken für Kinder unbedenklich ist. Wichtig ist, dass die Maske nicht zu eng sitzt, das Kind nicht auf den Stoff allergisch reagiert und die Eltern beim Umgang mit den Masken unterstützen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin „hält das Tragen einer Maske im öffentlichen Raum für Kinder ab dem Grundschulalter für zumut- und umsetzbar

Dabei kann der PCR-Test noch nicht einmal aussagen, ob eine Person tatsächlich infiziert oder ansteckend ist. PCR-Tests sprechen auf geringe Spuren einer RNA-Sequenz an, die nicht auf eine Vireninfektion zurückgehen muss und nichts darüber aussagt, ob ein infektiöser Erreger vorliegt. Sie sind zum Erkennen einer Erkrankung nicht einmal zugelassen.

Flyertext / Bodo Schiffmann

Keine Quellenangabe. Hier Informationen vom RKI über den PCR-Test. Dass der PCR-Test nichts darüber aussagen kann, ob jemand ansteckend oder erkrankt ist, liegt nahe, da hier nur geprüft wird, ob das Virus vorhanden ist, deshalb ist eine Zulassung „zum Erkennen einer Erkrankung“ auch nicht notwendig (weitere Informationen hier).

„Ich kenne keinen Wissenschaftler auf dieser Welt, der den PCR-Test als Infektionsnachweis gelten lassen würde.“

Beda Stadler, Schweizer Molekularbiologe sowie emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern, https://linth24.ch/articles/27244-die-meisten-sind-gegen-das-virus-sowieso-immun

Herr Stadler verglich das Coronavirus bereits mit der Grippe und sagte, es würde im Sommer 2020 verschwinden (siehe hier). In dem verlinkten Beitrag sagte er „Verstehen Sie mich nicht falsch: Der Test an sich ist schon in Ordnung.“

Das RKI selbst empfiehlt den PCR Test und setzt ihn für seine Statistiken ein.

…dass wir bis Ende 2021 Masken tragen werden. Es ist unmöglich, genaue Vorhersagen zu machen, aber das nächste Jahr wird ein Jahr sein, in dem wir Masken tragen.

In einem Focus-Interview mit Christian Drosten sagte dieser, man könne damit rechnen:
https://www.focus.de/gesundheit/news/starvirologe-im-interview-corona-experte-drosten-masken-werden-wir-so-schnell-nicht-los_id_12444215.html

Hier das unverkürzte Zitat:

Das wird eine sehr regionale Frage sein. Es würde mich also nicht wundern, wenn in Teilen der Welt im nächsten Jahr die Bevölkerung geschützt ist. Aber das bedeutet, dass sie eine Epidemie durchgemacht haben werden, die aufgrund ihrer Altersstruktur nicht als eine so schwere Epidemie erscheinen mag. In Afrika könnte das zum Beispiel so sein. Zumindest wünsche ich mir, dass das jüngere Altersprofil die afrikanischen Bevölkerungen schützt. In anderen Teilen der Welt, in denen das Konzept darin besteht, eine weit verbreitete Virusübertragung zu vermeiden und auf den Einsatz eines Impfstoffs zu warten, können wir damit rechnen, dass wir bis Ende 2021 Masken tragen werden. Es ist unmöglich, genaue Vorhersagen zu machen, aber das nächste Jahr wird ein Jahr sein, in dem wir Masken tragen.

Prof. Dr. Christian Drosten im Focus Interview
https://www.focus.de/gesundheit/news/starvirologe-im-interview-corona-experte-drosten-masken-werden-wir-so-schnell-nicht-los_id_12444215.html

Ob wir nun bis Januar 2021 oder bis September 2021 zu bestimmten Anlassen einen MNS tragen müssen, geht aus der vagen Prognose nicht hervor. Anfang 2020 rechneten viele, dass die Corona-Pandemie innerhalb weniger Wochen durchgestanden sei – dies ist über ein halbes Jahr her.

Wer um die Studien von Heinsberg, Dresden, Sachsen, München sowie aus anderen europäischen Ländern weiß, die allesamt auf das sehr geringe Ansteckungsrisiko von Kindern hinweisen, fragt sich, wieso Schul- und Kindergartenkinder weiterhin als hochgefährliche „Superspreader“ eines bedrohlichen Killervirus behandelt werden.

Flyertext / Bodo Schiffmann

Da in den meisten europäischen Ländern, vor allem in Deutschland, Schulen und KiTas zuerst geschlossen wurden, konnten Kinder auch nicht zu Superspreadern werden. Erneut unterliegt der Schwindel-Arzt dem Präventionsparadox.

Wir appellieren deshalb an alle Eltern, derartig sinnlose und krankmachende Maßnahmen an ihren Kindern, dem Wertvollsten, was sie in ihrem Leben anvertraut bekommen haben, nicht zuzulassen und nötigenfalls auch mit Rechtsmitteln zu verhindern!

Aus einem Appell der „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie e.V.“; der ganze Wortlaut findet sich auf der Webseite www.mwgfd.de

Es gibt weiterhin keine Belege dafür, dass das Tragen von Masken krank macht oder sinnlos sei.

Weitergehende Informationen

im Ärzteblatt gibt es eine Studie in englischer Sprache, die sich dem Thema angenommen hat. Ein paar Auszüge dieser Studie:

  • A preprint from Israel […] estimated children up to age 20 to be 85% as infective as adults.
  • Ein Preprint aus Israel […] schätzte, dass Kinder bis zum Alter von 20 Jahren zu 85% so infektiös sind wie Erwachsene.

Zu Ausbrüchen, die in nicht geschlossenen Schulen stattfanden:

  • An outbreak in a French high-school is described among 15–17 year olds
  • Ein Ausbruch in einer französischen Highschool wird bei 15- bis 17-Jährigen beschrieben
  • In Sweden, where schools for children up to 15 years remained open, only hospitalization data are published, during a period in which cross-sectional PCR surveillance showed overall positivity <3% in both children and adults.
  • In Schweden, wo Schulen für Kinder bis 15 Jahre geöffnet blieben, werden nur Krankenhausdaten, während eines Zeitraums, in dem die PCR-Querschnittsüberwachung sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen eine Gesamtpositivität von <3% zeigte, veröffentlicht.

Weitere Informationen vom RKI

Das RKI hat im Steckbrief des neuartigen Corona-Virus folgende Informationen bezüglich Kindern und Jugendlichen geschrieben:

„Die Ansteckungsrate durch Kinder war in Studien ähnlich hoch oder höher als bei erwachsenen Indexfällen“

Jing Q-L, Liu M-J, Zhang Z-B, Fang L-Q, Yuan J, Zhang A-R, et al. Household secondary attack rate of COVID-19 and associated determinants in Guangzhou, China: a retrospective cohort study. The Lancet Infectious Diseases. 2020.
Park YJ, Choe YJ, Park O, Park SY, Kim Y-M, Kim J, et al. Contact Tracing during Coronavirus Disease Outbreak, South Korea, 2020. Emerging Infectious Disease journal. 2020;26(10).

„Studien zur Viruslast bei Kindern zeigen keinen wesentlichen Unterschied zu Erwachsenen“

Jones TC, Mühlemann B, Veith T, Zuchowski M, Hofmann J, Stein A, et al. An analysis of SARS-CoV-2 viral load by patient age. reddit preprint. 2020.
L’Huillier AG, Torriani G, Pigny F, Kaiser L, Eckerle I. Shedding of infectious SARS-CoV-2 in symptomatic neonates, children and adolescents. MedRxiv. 2020.
Han MS, Seong MW, Kim N, Shin S, Cho SI, Park H, et al. Viral RNA Load in Mildly Symptomatic and Asymptomatic Children with COVID-19, Seoul. Emerging infectious diseases. 2020;26(10).
Hurst JH, Heston SM, Chambers HN, Cunningham HM, Price MJ, Suarez L, et al. SARS-CoV-2 Infections Among Children in the Biospecimens from Respiratory Virus-Exposed Kids (BRAVE Kids) Study. medRxiv. 2020:10.1101.

Was auch vom RKI festgestellt wird, ist, dass eine Covid-19 Erkrankung bei Minderjährigen nur selten zu schweren Krankheitsverläufen führt:

Nur ein sehr kleiner Teil benötigt eine intensivmedizinische Versorgung und wird beatmungspflichtig

Bellino S, Punzo O, Rota MC, Del Manso M, Urdiales AM, Andrianou X, et al. COVID-19 Disease Severity Risk Factors for Pediatric Patients in Italy. Pediatrics. 2020:e2020009399.
Götzinger F, Santiago-García B, Noguera-Julián A, Lanaspa M, Lancella L, Calò Carducci FI, et al. COVID-19 in children and adolescents in Europe: a multinational, multicentre cohort study. The Lancet Child & Adolescent Health. 2020.

Weitere Studien, die beweisen, dass Kinder und Jugendliche erkranken können, teilweise mit schweren/kritischen Krankheitsverläufen sowie das Virus weitergeben können:

Springermedizin vom 29.09.2020

Corona Update #46 mit Christian Drosten (NDR) vom 04.06.2020

Bild von Sergey Semenov auf Pixabay.

Von Admin

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