Nach Teil eins, zwei und drei kommen wir nun zum vierten Teil der Analyse von „120 Expertenstimmen“ zum Thema Corona.

„Die Massenpsychologie lehrt uns spätestens seit Le Bon, dass sich Menschen vor allem in Krisenzeiten, unter dem Eindruck einer Bedrohung, zu einer uniformen Masse zusammenschließen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bedrohung objektiv vorhanden ist, oder nur als solche wahrgenommen wird, vielleicht auch nur konstruiert ist. Besonders gut funktioniert dieser ungemein starke massenpsychologische Mechanismus mit einer Bedrohung, die als unbekannt, also neu wahrgenommen wird. Etwa ein Virus wie das Coronavirus.“

#61 Harald Haas (Addendum.org Blog am 23.03.2020)
  • Menschen schließen sich in Krisenzeiten zu einer „uniformen Masse“ zusammen:
    • Dass Menschen gerade in Krisenzeiten anders agieren als außerhalb von Krisenzeiten, ist bekannt und nicht zwingend negativ. Menschen achten während dieser Pandemie mehr auf einander.
  • Weiterhin keine Beurteilung des Corona Virus oder der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung.

„Wie funktioniert die Diskreditierung und Desinformation? (…) Strategie 1: Die betroffenen Personen werden in abschätziger Weise vorgestellt (…) 2: Es werden Wörter um das Begriffsfeld ‚Lügen‘ verwendet (…) 3: Argumente werden nicht konkret genannt, sondern nur angedeutet und bewertet (…) 4: In der angeblichen Widerrede werden nur Blickwinkel oder sogar Bestätigungen gebracht (…) 5: Widersprüchliche oder seltsame Aussagen der Mainstream-Meinung bleiben unbeleuchtet (…) 6: Es werden Argumente pro Regierungslinie gebracht, die – wörtlich – nichtssagend sind (…) 7: Aussagen der betroffenen Person werden falsch oder gar nicht wiedergegeben (…) Wohl aber sehe ich als Sprachwissenschaftler, dass es Filter und Diskursmuster von Journalisten wie Lobbyisten gibt, die für die Diskussion wenig hilfreich sind, denn sie verdecken den Blick auf Argumente.“

#62 Prof. Dr. Joachim Grzega (Rubikon.News am 28.03.2020)
  • Der Umgang mit Gegnern der Corona-Maßnahmen wird kritisiert:
    • Keine Kritik am Virus oder den Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie.

„Bislang vermieden es das Robert Koch-Institut und die Bundesregierung, die Anzahl der wöchentlich in Deutschland durchgeführten Corona-Tests zu erheben und zu veröffentlichen. Stattdessen wurden mit aus dem Zusammenhang gerissenen Fallzahlen Angst und Panik geschürt. Amtliche Daten belegen nun erstmals, dass die rasante Zunahme der Fallzahlen im Wesentlichen aus einer Zunahme der Anzahl der Tests resultiert.“

#63 Paul Schreyer (Multipolar-Magazin am 28.03.2020)
  • Die Zahlen der wöchentlichen Corona-Tests werden nicht veröffentlicht:
    • Bereits 10 Tage vor dem Beitrag wurde in den Medien über die Anzahl der Corona-Tests berichtet (Siehe BR.de).
    • Seit dem 26.03.2020 veröffentlicht das RKI die Anzahl an wöchentlichen Testungen in den Situationsbericht (Quelle).
  • Mehr Infizierte ausschließlich durch erhöhte Testanzahl:
    • Die Aussage stammt aus Kalenderwoche 13. Wie hier ersichtlich, ist nicht nur die Testmenge von KW10 bis einschließlich KW13 gestiegen, sondern auch die Positivrate (Dritte Spalte).

„Die tatsächliche Zahl der Coronavirus-Positiven ‚kann nur nach einer ernsthaften epidemiologischen Studie angegeben werden‘, mahnt Gismondo. Sie warnt: ‚Die einzigen verlässlichen Zahlen sind heute die von Patienten, die in der Sub-Intensiv- und Intensivstation stationär behandelt werden, und die von Todesfällen‘. Folglich stellt die Virologin klar: ‚Heute können wir nur noch über den Prozentsatz der Todesfälle unter den hospitalisierten Patienten sprechen. Alle anderen Zahlen sind falsch‘ und als solche ‚verzerren sie auch den Eindruck der Menschen‘. Es hat auch gefährliche Auswirkungen ‚auf die Psyche‘. Wir geben Zahlen an – so Gismondo abschließend -, die den Trend der getroffenen Maßnahmen verändern und das Verhalten der Bürger beeinflussen können“

#64 Prof. Dr. Maria Rita Gismondo
  • Wünscht sich Anpassung der Zahlen:
    • Nach ihrem Vorschlag wäre der Prozentsatz der Todesfälle deutlich höher, wenn als Bezugswert die Anzahl der hospitalisierten Patient*innen genommen wird.
    • Beispiel Deutschland: In Deutschland wurden bereits 17.118 Personen intensivmedizinisch behandelt, 4.111 sind dabei verstorben. Dies entspricht einer Quote von 24% (Quelle).
    • Die asymptomatischen Infizierten rauszurechnen, verschönert zwar im ersten Schritt die Statistiken (Außer der Sterberate), riskiert dann jedoch steigende Zahlen, da auch asymptomatische Infizierte das Virus verbreiten – sogar länger als bislang angenommen (Quelle).

„Bedenken Sie die Auswirkungen der Schließung von Büros, Schulen, Verkehrssystemen, Restaurants, Hotels, Geschäften, Theatern, Konzerthallen, Sportveranstaltungen und anderen Veranstaltungsorten auf unbestimmte Zeit und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit und Arbeitslosigkeit aller ihrer Mitarbeiter. Das wahrscheinliche Ergebnis wäre nicht nur eine Depression, sondern ein vollständiger wirtschaftlicher Zusammenbruch mit unzähligen dauerhaft verlorenen Arbeitsplätzen, lange bevor ein Impfstoff fertig ist oder die natürliche Immunität einsetzt. (…) Personen mit höherem Risiko raten, sich durch körperliche Distanz zu schützen und unsere Gesundheitsfürsorgekapazitäten so aggressiv wie möglich zu steigern. Mit diesem Kampfplan könnten wir allmählich Immunität aufbauen, ohne die finanzielle Struktur, auf der unser Leben basiert, zu zerstören.“

#65 Prof. Michael T. Osterholm (Washingtonpost (in Englisch) am 21.03.2020)
  • Kritik an (wirtschaftlichen) Folgen durch Maßnahmen:
    • Auch Länder, die keine Maßnahmen (oder erst sehr spät) ergriffen haben, leiden unter der Pandemie (Quelle). Daher muss abgewägt werden, um welchen Preis die Wirtschaft geschützt werden soll.
  • Fordert Durchseuchung / Herdenimmunität:

„Ich bin kein Freund des Lockdown. Wer so etwas verhängt, muss auch sagen, wann und wie er es wieder aufhebt. Da wir ja davon ausgehen müssen, dass uns das Virus noch lange begleiten wird, frage ich mich, wann wir zur Normalität zurückkehren? Man kann doch nicht Schulen und Kitas bis Jahresende geschlossen halten. Denn so lange wird es mindestens dauern, bis wir über einen Impfstoff verfügen. Italien hat einen Lockdown verhängt und hat einen gegenteiligen Effekt erzielt. Die waren ganz schnell an ihren Kapazitätsgrenzen, haben aber die Virusausbreitung innerhalb des Lockdowns überhaupt nicht verlangsamt. Ein Lockdown ist eine politische Verzweiflungsmaßnahme, weil man mit Zwangsmaßnahmen meint, weiter zu kommen, als man mit der Erzeugung von Vernunft käme.“

#66 Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery (GA.de am 18.03.2020)
  • Kritik, dass „Lockdown“ nicht bis Jahresende erfolgen dürfe:
    • In Deutschland wurde im April und Mai bereits wieder umfangreich gelockert. Alle Schulen sind mittlerweile wieder geöffnet.
  • Kritik an Maßnahmen, da das Gesundheitssystem in Italien aufgrund der Maßnahmen an die Kapazitätsgrenzen kamen:
    • Die Kapazitätsgrenzen wurden erreicht, da unter anderem auch 165 Ärzt*innen starben (Quelle).

„[Bericht über Oxford-Studie] Coronavirus ‚hat möglicherweise bereits die Hälfte der britischen Bevölkerung infiziert‘. Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die Krankheit in Großbritannien möglicherweise bereits zwei Monate früher als der erste Fall offiziell diagnostiziert wurde, verbreitet war. (…) Sollten sich die Ergebnisse der Studie als richtig erweisen, würde dies darauf hindeuten, dass nur einer von tausend infizierten Patienten eine Krankenhausbehandlung benötigt, und es besteht die Hoffnung, dass die ‚Lockdown‘-Maßnahmen des Vereinigten Königreichs früher als geplant aufgehoben werden könnten.“

#67 Prof. Dr. Sunetra Gupta (Metro.co.uk (in Englisch) am 24.03.2020)
  • Vermutung, dass bereits 50% der Briten infiziert seien. Daraus resultierende geringer Anteil notwendiger Behandlungen im Krankenhaus:
    • Zum 24.03.2020 gab es 10.312 bestätigte Fälle und Stand 20.09.2020 waren es 390.358 Fälle. Wäre im März bereits die Hälfte der Bevölkerung infiziert (und nicht nur 1/37 der Fälle sechs Monate später), hätte die Herdenimmunität eine zweite Welle, wie sie aktuell in Großbritannien besteht, verhindert (Quelle).

„[Interviewer: Aber das COVID-19 ist sehr ansteckend, Doktor…] Ja, wie eine Erkältung — in den Altenheimen sterben die Leute daran. Bis jetzt hat man sie nicht gezählt, nun tut man das aber. Im letzten Jahr gab es weltweit mehr als 500.000 Lungenentzündungen. In Afrika könnte sich eine Million mit der Meningitis anstecken, die durch Spucke übertragbar ist — und die Flugzeuge kommen und gehen. Das interessiert niemanden. Es gibt 135.000 mit Tuberkulose Infizierte in Lateinamerika, und keiner regt sich auf. Wenn jemand viel Lärm um etwas macht wie bei Corona … ich finde, das wird alles sehr dramatisiert. Vom ersten Tag an sagte ich, die Zahlen stimmten nicht — wie damals mit der Schweinegrippe.“

#68 Dr. Pablo Goldschmidt (infobae.com (in Spanisch) am 28.03.2020)
  • Verharmlosung / Relativierung der Gefahr durch Vergleiche mit Erkältungen / Lungenentzündungen:
    • Siehe Eintrag #1.
    • Mortalitätsvergleich Grippe <-> Covid-19 bei Anaesthesie.news
    • Eigene Berechnungen zum Thema Sterberate.

„[Hamburger Morgenpost] Kitas und Schulen sollen möglichst bald wieder geöffnet werden, damit Kinder und ihre Eltern durch eine Ansteckung mit dem Coronavirus immun werden können. Das fordert der UKE-Infektiologe Dr. Ansgar Lohse in der ‚Bild‘-Zeitung. Die Fortdauer der strikten Maßnahmen würde zu einer Wirtschaftskrise führen, die ebenfalls Menschenleben kostet, so der Mediziner.“

#69 Prof. Dr. Ansgar Lohse (MoPo am 29.03.2020)
  • Forderung nach Herdenimmunität / Durchseuchung:
    • Eine Herdenimmunität ohne Impfstoff kann nicht ohne große Verluste erreicht werden (siehe hier und hier).

„Dass Grundrechte weitgehend suspendiert werden für die gesamte Bevölkerung. Dass es bei anderen Grundrechten Einschränkungen in einem Umfang gibt, dass sie nur noch marginal ausübbar sind. Dass so viele Grundrechte gleichzeitig betroffen sind. Und wie gesagt, nicht für einzelne Menschen, sondern für alle in Deutschland. (…) Das ist in der Tat erschreckend, wie sich die Menschen einschüchtern lassen durch eine Darstellung mit Hilfe suggestiver Bilder, die Angst erzeugt. Wir haben im Fernsehen diese Särge aus Italien gesehen und schon sind die Menschen in Furcht und Schrecken versetzt und vergessen, wie sehr sie die Freiheit vorher geliebt haben, wie sehr sie es für wichtig gehalten haben, dass man Demonstrieren darf in Deutschland und so weiter.“

#70 Prof. Dr. Dietrich Murswiek (Youtube am 31.03.2020)
  • Kritik an Einschränkung der Grundrechte:
    • Hätte es die Einschränkungen nur für einzelne und nicht alle Menschen in Deutschland gegeben, wäre der Aufschrei (zu Recht) größer gewesen.
    • Es gab schon immer Einschränkungen der Grundrechte, wenn dadurch Menschen geschützt werden konnten (ein simples Beispiel: Ampeln schränken die Bewegungsfreiheit ein).
    • Stand 21.09.2020 gab es kein Urteil seitens irgendeines Verfassungsgerichtes, dass die Maßnahmen gegen geltendes Recht verstoßen hätten.

Aussage #71 ist eine exakte Kopie (Aussage, Autor und Quelle) von Aussage #4.

„COVID-19 wurde als die Pandemie des Jahrhunderts bezeichnet: „Es ist eine Pandemie des Jahrhunderts“. Und klar in Bezug auf das, was wir sehen und hören und die Mobilisierung und all die Nachrichten und all die Todesfälle, die wir miterleben… Offensichtlich ist es eine große Bedrohung. Oder ich würde sagen, eine Bedrohung mit unbekanntem Potenzial in Bezug auf ihre letztendlichen Auswirkungen. Gleichzeitig bezeichne ich dies – da es sich möglicherweise um ein einmaliges Fiasko in einem Jahrhundert handelt – als ein Beweisfiasko (…) Aktionen (…) Einige von ihnen werden mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.“

#72 Prof. Dr. John Ioannisdis (Youtube (in Englisch) am 26.03.2020)
  • Hauptsächliche Kritik am Umgang der Medien / der Verbreitung von Nachrichten (Gegebenenfalls Social Media, Kurznachrichtendienste usw):
    • Schreibt selbst, dass eine große Bedrohung ist, bzw. er nicht wisse, welches Ausmaß diese Bedrohung nehmen wird.
    • Daher keine direkte Kritik an den Maßnahmen und auch keine Relativierung/Verharmlosung des Virus selbst.

„Wichtig ist, dass die Ergebnisse, die wir hier präsentieren, darauf hindeuten, dass die laufenden Epidemien in Großbritannien und Italien mindestens einen Monat vor dem ersten gemeldeten Todesfall begannen und bereits zur Anhäufung eines signifikanten Niveaus an Herdenimmunität in beiden Ländern geführt haben. Es besteht eine umgekehrte Beziehung zwischen dem Anteil der derzeit immunen Tiere und dem Anteil der Bevölkerung, der für schwere Krankheiten anfällig ist. Diese Beziehung kann dazu verwendet werden, zu bestimmen, wie viele Menschen in den kommenden Wochen stationär behandelt werden müssen (und möglicherweise sterben), wenn wir in der Lage sind, das aktuelle Niveau der Herdenimmunität genau zu bestimmen.“

#73 Jose Lourenco, Robert Paton, Mahan Ghafari, Moritz Kraemer, Craig Thompson, Sunetra Gupta (medrxiv (in Englisch) am 24.03.2020)
  • Herdenimmunität in Italien und Großbritannien:
    • Knapp fünf Monate später zeigte eine Studie aus Italien, dass sich erst 2,5% der Bevölkerung angesteckt haben – mehr als durch laborbestätigte Fälle vorab aufgezeigt, jedoch noch sehr weit entfernt von einer Herdenimmunität.
    • Siehe Eintrag #67 – Großbritannien hat ebenfalls keine Herdenimmunität erreicht, sonst würde es aktuell (21.09.2020) keine zweite Welle geben.

„Ich kann also meine nagenden Zweifel nicht beantworten, es scheint nichts Besonderes an dieser besonderen Epidemie grippeähnlicher Erkrankungen zu sein. (…) Wird es, wenn das Rampenlicht erst einmal weitergezogen ist, ernsthafte und konzentrierte internationale Bemühungen geben, um die Ursachen und den Ursprung von grippeähnlichen Krankheiten und den Lebenszyklus ihrer Erreger zu verstehen?“

#74 Dr. Tom Jefferson (bmj.com (Blog / in Englisch) am 02.03.2020)
  • Verharmlosung durch Vergleich mit Grippe:
    • Siehe Eintrag #1 / #68.

„Dasselbe trifft auf alle anderen Aussagen in dieser Spiegel-Online-Meldung zu. Besonders hanebüchen ist die, im Jahr 2009 hätte das so genannte ‚Schweinegrippe‘-Virus, auch ‚H1N1‘ genannt, eine Pandemie mit weltweit 150.000 Toten ausgelöst. In Wahrheit nämlich wurde ‚die große Angst vor der ‚Schweinegrippe-Pandemie‘ medial inszeniert‘, wie Ulrich Keil, Professor für Epidemiologie und Sozialmedizin an der Uni Münster, jahrzehntlanger Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und bis 2002 Vorsitzender der Europäischen Region des Weltverbands der Epidemiologen IEA, zu recht konstatiert. ‚Das ist heute vergessen, da nach der ausgebliebenen Katastrophe hierzulande nicht aufgearbeitet wurde, welche Irrtümer bei der Bewertung der H1N1 Grippevirus-Infektion begangen wurden. Die Gefährlichkeit der ‚Schweinegrippe‘ wurde völlig überschätzt’“

#75 Prof. Dr. Ulrich Keil (Rubikon.News am 17.04.2020)
  • Verharmlosung der Gefahren des Corona-Virus durch Vergleich mit H1N1:
    • Die H1N1-Pandemie hat laut CDC sogar für 284.000 Sterbefälle weltweit gesorgt (Quelle) und ist selbst mit dieser fast doppelt so hohen Zahl (im Vergleich zu den von Keil genannten 150.000) nicht annähernd so tödlich wie das Corona-Virus (Stand 21.09.2020 gab es bereits 960.698 laborbestätigte(!) Todesfälle / Quelle).

„Nicht mehr als 10 Menschen werden in Israel an der neuartigen Coronavirus-Krankheit COVID19 sterben, sagte der Nobelpreisträger Michael Levitt am Mittwoch voraus, als die Regierung der Bevölkerung weiterhin zusätzliche Einschränkungen auferlegte. Levitt sagte, die Befürchtungen in Israel wegen des Coronavirus stünden in keinem Verhältnis zur Bedrohung, und die Zahl der Fälle im Land sei aufgrund von Abweichungen in der Berichterstattung ungewiss. ‚Ich wäre überrascht, wenn die Zahl der Todesfälle in Israel mehr als 10 betragen würde‘, sagte er und fügte hinzu, dass der jüdische Staat ‚bezüglich der Krankheit nicht auf der Weltkarte zu finden sei‘.“

#76 Prof. Dr. Michael Levitt (JPost (in Englisch) am 20.03.2020)
  • Es wird nicht mehr als 10 Todesfälle in Israel geben:
    • Im Vergleich zu anderen Ländern hat Israel bislang nur wenige Sterbefälle zu beklagen, gerade wegen des geringen Altersdurchschnitts. (Quelle / Vergleich Deutschland: Quelle).
    • 8 Tage nach Veröffentlichung des Artikels gab es in Israel bereits den zwölften Todesfall zu beklagen (Quelle). Stand Heute (21.09.2020) sind es bereits 1.256 (Quelle).

„Im derzeitigen Klima wird jeder, der einen positiven Test auf Covid-19 hat, dem klinischen Personal, das sich um ihn kümmert, sicherlich bekannt sein: Wenn einer dieser Patienten stirbt, muss das Personal die Bezeichnung Covid-19 auf dem Totenschein vermerken – im Gegensatz zur üblichen Praxis bei den meisten Infektionen dieser Art. Es besteht ein großer Unterschied zwischen Covid-19, das den Tod verursacht, und Covid-19, das bei jemandem gefunden wird, der an anderen Ursachen gestorben ist. Wenn man Covid-19 meldepflichtig macht, könnte der Anschein erweckt werden, dass es immer mehr Todesfälle verursacht, ob das nun wahr ist oder nicht. Es könnte viel mehr den Anschein erwecken, dass es eher ein Killer ist als eine Grippe, einfach aufgrund der Art und Weise, wie die Todesfälle registriert werden.“

#77 Prof. Dr. Jon Lee (Spectator.co.uk (in Englisch) am 28.03.2020)
  • Unterschied an / mit Corona sterben:
    • Siehe #45.
    • Mindestens 86% sterben an Corona (Quelle).
  • Vergleich mit Grippe:
    • Siehe Eintrag #1.
    • Mortalitätsvergleich Grippe <-> Covid-19 bei Anaesthesie.news.
    • Eigene Berechnungen zum Thema Sterberate.

„Es besteht kein signifikantes Risiko, sich beim Einkaufen mit der Krankheit anzustecken. Schwere Ausbrüche der Infektion waren immer eine Folge davon, dass Menschen über einen längeren Zeitraum näher beieinander waren, wie zum Beispiel bei den Après-Ski-Partys in Ischgl, Österreich. Er konnte auch keine Hinweise auf ‚lebende‘ Viren auf Oberflächen finden. ‚Als wir Proben von Türklinken, Telefonen oder Toiletten entnahmen, war es nicht möglich, das Virus auf der Grundlage dieser Abstriche im Labor zu kultivieren…'“

#78 Prof. Dr. Hendrik Streeck (RTL.lu (in Englisch) am 14.04.2020)
  • Kaum Risiko einer Ansteckung beim Einkaufen:
    • Durch die vielen Maßnahmen [Abstände, Einkaufswagenpflicht, Forcieren des bargeld- und kontaktlosen Bezahlens, Plexiglasscheiben (Quelle)] ist das Risiko einer Ansteckung sehr stark gesunken, weshalb es auch nur wenige Infektionsketten im öffentlichen Raum (Restaurants, ÖPNV, Supermarkt) gab (Quelle).
  • Kein Hinweis auf lebende Viren auf Oberflächen:
    • Selbst 3,5 Monate nach der Aussage sind sich Wissenschaftler nicht einig, wie lange Viren auf Oberflächen überleben (Quelle).

„Zunächst möchte ich sagen, dass ich in 30 Jahren der öffentlichen Gesundheitsmedizin noch nie so etwas gesehen habe, nicht einmal annähernd so etwas. Ich spreche nicht von der Pandemie, denn ich habe 30 davon gesehen, jedes Jahr eine. Sie heißt Influenza. Und andere Atemwegsviren, wir wissen nicht immer, was sie sind. Aber ich habe diese Reaktion noch nie gesehen, und ich versuche zu verstehen, warum. (…) Druck, der auf die Ärzte des öffentlichen Gesundheitswesens und die Verantwortlichen des öffentlichen Gesundheitswesens ausgeübt wird. Und dieser Druck kommt von verschiedenen Seiten. Der erste Ort, von dem er kam, war der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), als er sagte: ‚Dies ist eine ernste Bedrohung und ein Staatsfeind Nummer eins‘, ich habe noch nie gehört, dass ein Generaldirektor der WHO solche Ausdrücke verwendet.“

#79 Prof. Dr. Joel Kettner (Off-Guardian .org (in Englisch) am 17.03.2020)
  • Verharmlosung durch Vergleich mit Influenza:
    • Siehe Eintrag #1.
    • Mortalitätsvergleich Grippe <-> Covid-19 bei Anaesthesie.news.
    • Eigene Berechnungen zum Thema Sterberate.
  • Kritik am Wording der WHO.

„Überhaupt ist der derzeit verbreiteten Vorstellung entgegenzutreten, dass bei den notwendigen Abwägungsentscheidungen Gesundheit und Leben apriorisch höherrangig sind als andere Verfassungsgüter. Auch wenn es schwer fällt: Das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG) steht unter einem einfachen Gesetzesvorbehalt. Im Interesse der persönlichen Freiheit zwingen wir niemanden, in die postmortale Organspende einzuwilligen, obwohl tagtäglich Menschen auf den Wartelisten sterben. Natürlich würden ein Tempolimit auf den Autobahnen und ein Überholverbot auf Landstraßen dazu führen, dass nicht jeden Tag neun Menschen auf Deutschlands Straßen sterben; wir machen es nicht, weil wir (hier m. E. absurderweise) die mobile Freiheit höher gewichten als den Lebensschutz.“

#80 Prof. Dr. Thorsten Kingreen (Verfassungsblog am 20.03.2020)
  • Abwägen persönliche Freiheit + Grundrecht auf Gesundheit:
    • Bereits aktuell greift der Staat ein und schränkt persönliche Freiheiten ein, um das Grundrecht auf Gesundheit/körperliche Unversehrtheit durchsetzen zu können, sei es durch bereits genannte Ampelsysteme, aber auch beispielsweise der Gurtpflicht, um beim Autovergleich zu bleiben.

„Der europäische ‚Mortalitäts-Monitor‘, an den wöchentlich alle Sterbefälle gemeldet werden, zeigt sogar momentan eine Untersterblichkeit an. Auch der befürchtete Ansturm auf die Krankenhäuser ist ausgeblieben. Es fehlen somit belastbare Daten, die die Schwere der Eingriffe rechtfertigen. (…) Dies ist zweifellos das größte Umverteilungsprogramm, das es je in Friedenszeiten gegeben hat. Profitieren werden Glückritter und Subventionsjäger, die in den grob gestrickten Gesetzen Lücken suchen. Profitieren werden auch Branchen wie Lieferdienste oder Medizingerätehersteller, denen man daraus keinen Vorwurf machen kann. Verlieren werden alle übrigen, insbesondere Transferempfänger und Steuerzahler. (…) Im Nachhinein müssen wir alle dafür aufkommen.“

#81 Prof. Dr. Stefan Homburg (Rundblick-Niedersachsen.de am 02.04.2020)
  • Kritik an fehlender Übersterblichkeit / Überlastung des Gesundheitssystems:
    • Präventionsparadox: Die Maßnahmen haben die Grippesaison vorzeitig beendet (Circa 1 Monat / Quelle) und die ungebremste Ausbreitung des Corona Virus verhindert.
    • Flatten the Curve“ war das Ziel, dieses wurde erreicht.
  • Kritik an den Folgen der Maßnahmen:
    • Steuerzahler (=Arbeitende Bevölkerung) wurden durch Kurzarbeitergeld sowie andere staatliche Zuschüsse unterstützt.
    • Jedes Land, ob mit oder ohne Maßnahmen, hat an wirtschaftlichen Schäden zu leiden (Quelle). Hier ist die Frage, wie hoch diese Schäden sind und wie viele Leben uns diese Schäden wert sind.

Thematische Zusammenfassung der ersten 80 Beiträge

Schwerpunkt der AussageAnzahlin Prozent
Verharmlosung Covid-19 als harmlose Krankheit / (deutlich) geringe(re) Sterberate / Mortalität sowie Vergleich mit Influenza3746,3%
Direkte oder indirekte Forderung/Gutheißung einer Herdenimmunität911,3%
Menschen wären auch ohne eine Covid-19 Infektion innerhalb der nahen Zukunft verstorben67,5%
Maßnahmen verstoßen gegen Verfassung56,3%
Maßnahmen führen zu diversen Schäden (Wirtschaft, Soziales)56,3%
Unterschied mit/an Corona sterben33,8%
Höhere Anzahl an Suiziden/Depressionen aufgrund der Maßnahmen22,5%
Steigende Anzahl Infizierter durch erhöhte Anzahl von Tests22,5%
Kritik am RKI22,5%
Keine Übersterblichkeit/Präventionsparadox11,3%
Pandemie sorgt für stärkere Überwachung11,3%
Kritik an Behandlungen (Bsp. Beatmungsgeräte)11,3%
Kritik an WHO11,3%
Chloroquin als Heilmittel11,3%
Geringes Ansteckungsrisiko11,3%
Keine direkte Kritik an Corona oder den Pandemie-Maßnahmen810%
Da mehrere Themen innerhalb eines Zitates angesprochen werden können, entspricht die Summe mehr als 100%.

Quelle vom Beitragsbild

Von Admin

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