Am 20.04.2020 veröffentlichte die Internetseite „Rubikon.news“ eine Liste mit über „120 Expertenstimmen“ zu Corona. Den Artikel kann man hier nachlesen. Zusätzlich wurden alle Zitate in eine PDF-Datei gepackt. Diese könnt ihr hier online betrachten/herunterladen. Diese Liste wurde angelegt, um die Gefahren des Corona-Virus zu verharmlosen und dadurch die Maßnahmen als übertrieben und unnötig oder sogar kontraproduktiv hinzustellen. Der Artikel sowie die beigefügte Liste wurden in verschiedensten Blogs und auf Social Media Plattformen geteilt – siehe hier, hier, hier, hier, hier oder auch hier. Da mittlerweile fast sieben Monate vergangen sind, lassen sich alle(!) Aussagen allein durch die Realität widerlegen. Bei vielen Zitaten stellte sich bereits zum Zeitpunkt des Artikels (oder sehr zeitnah) heraus, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen.

Im ersten Schritt gehen wir auf die Aussagen selbst ein, welches Thema angesprochen wird und weshalb der Kern der Aussage nicht der Wahrheit entspricht.

In diesem Beitrag gehen wir auf die ersten 20 Aussagen ein.

„Er untersucht mit seinem Team in Hamburg die Corona-Opfer: Nun hat der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel an Kanzlerin Angela Merkel appelliert, Deutschland langsam wieder aufzumachen. ‚Jetzt ist der richtige Zeitpunkt‘, sagt Püschel dem ‚Hamburger Abendblatt‘. Er fügte hinzu: ‚Die Zeit der Virologen ist vorbei. Wir sollten jetzt andere fragen, was in der Coronakrise das Richtige ist, etwa die Intensivmediziner.‘ Nach seinen Erkenntnissen ist Covid-19‚ eine vergleichsweise harmlose Viruserkrankung‘. Die Deutschen müssten lernen, damit zu leben, und zwar ohne Quarantäne. Die von ihm untersuchten Todesopfer hätten alle so schwere Vorerkrankungen gehabt, dass sie, ‚auch wenn das hart klingt, alle im Verlauf dieses Jahres gestorben wären‘, sagte Püschel.“

#1 Prof. Dr. Klaus Püschel (Alternative Quelle am 15.04.2020)
  • Covid-19 sei eine harmlose Erkrankung:
  • Menschen wären sowieso im Laufe des Jahres gestorben:
    • Studie widerspricht dem Hamburger Rechtsmediziner (bei Merkur.de).
    • Selbst mit Vorerkrankungen starben im Schnitt Männer 11 und Frauen 13 Jahre früher (bei heise.de).

„‚Wir kommen zu einem viel niedrigeren Wert von 1,6 Promille. Wenn wir also 1.000 Dänen haben, die diese Infektion hatten, dann gibt es ein bis zwei, die damit gestorben sind.‘ (…) Zusammen mit Kollegen führte er Blutuntersuchungen von knapp 1.500 Blutspendern durch (…) Das Blut wurde verwendet, um auf Coronavirus-Antikörper zu testen, und vorläufige Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die Anzahl der Infizierten.“

#2 Professor Dr. Henrik Ullum (DR.DK (Dänisch) am 08.04.2020)
  • Schreibt Covid-19 eine (deutlich) geringe(re) Sterberate zu:

“’Was wir brauchen, ist die Panik zu kontrollieren‘, sagte er. Im Großen und Ganzen wird es uns gut gehen. (…) Aber er wirft den Medien auch vor, unnötige Panik zu verursachen, indem sie sich auf die unerbittliche Zunahme der kumulativen Zahl der Fälle konzentrieren und Prominente ins Rampenlicht rücken, die sich mit dem Virus infizieren. Im Gegensatz dazu hat die Grippe seit September 36 Millionen Amerikaner erkrankt und schätzungsweise 22.000 getötet, so die CDC, aber diese Todesfälle werden weitgehend nicht gemeldet.”

#3 Prof. Dr. Michael Levitt (JPost.com (Englisch) am 30.03.2020)
  • Vergleich mit Influenza:
    • Mortalitätsvergleich Grippe <-> Covid-19 bei Anaesthesie.news.
    • In Amerika sind (Stand 15.09.2020) 6,5 Millionen Menschen an Covid-19 erkrankt und 194.397 Menschen verstorben (NewYork Times (Englisch)) – ~1/6 der Infizierten im Vergleich zur Grippe, jedoch >8x so viele Todesfälle.

„Persönlich würde ich sagen, dass der beste Ratschlag ist, weniger Zeit mit dem Anschauen von Fernsehnachrichten zu verbringen, die sensationell und nicht sehr gut sind. Ich persönlich halte diesen Covid-Ausbruch für eine schlimme Wintergrippeepidemie. In diesem Fall hatten wir im letzten Jahr 8000 Todesfälle in den Risikogruppen, d.h. über 65% Menschen mit Herzkrankheiten usw. Ich glaube nicht, dass der aktuelle Covid diese Zahl überschreiten wird. Wir leiden unter einer Medienepidemie!“

#4 Prof. Dr. John Oxford (Novuscomms.com (Englisch) am 31.03.2020)
  • Vergleich mit Influenza:
  • Nicht mehr als 8.000 Sterbefälle (bezieht sich auf UK):

„Ich empfinde, was im Moment läuft, ist das, was wir mehr oder weniger jeden Winter erleben. (…) Die Ansteckung ist hoch. Aber die Krankheit ist aus meiner Sicht nicht so schlimm wie die Influenza. (…) Ich bin der Ansicht, dass man eigentlich hier selektiv nur eine Sache anschaut und die mit einer gewissen Panik füllt. (…) Ich bin der Ansicht, dass wir solche Situationen schon mehrfach hatten und dass jetzt in Bezug auf die Maßnahmen der Bogen überspannt wird. (…) Wir brauchen Luft und Sonne, Luft verdünnt die Viren und Sonne mit UV Licht tötet sie. Aber bloß keine Ausgangssperre! Auf der Straße steckt man sich nicht an!“

#5 Prof. Dr. Karin Mölling (Rubikon.news am 20.03.2020)
  • Vergleich mit Influenza:

„Covid-19. Scharfe Kritik an ARD und ZDF wegen Berichterstattung zum Coronavirus. (…) Dadurch inszeniere das Fernsehen zugleich Bedrohung und exekutive Macht – und betreibe ‚Systemjournalismus‘. (…) Die Chefredaktionen haben abgedankt‘, folgert Jarren. In der Berichterstattung fehlten ‚alle Unterscheidungen, die zu treffen und nach denen zu fragen wäre: Wer hat welche Expertise? Wer tritt in welcher Rolle auf?‘ Gesendet würden zudem größtenteils einzelne Statements, eine echte Debatte zwischen Expertinnen und Experten entstehe nicht, schreibt der Medienwissenschaftler.“

#6 Prof. Dr. Otfried Jarren (Quelle nicht mehr verfügbar am 27.03.2020)

Hierbei handelt es sich nicht um eine Wertung des Corona-Virus, sondern um Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen als „Systemjournalismus“.

„Zunächst: Mit der Verdreifachung der Tests ergab sich auch etwas mehr als eine Verdreifachung der positiv Getesteten. Diese Verdreifachung wurde den Bürgerinnen und Bürgern als Verdreifachung der Infizierten vorgeführt. (…) Weitreichende Entscheidungen bedürfen gesicherter Grundlagen. Genau das ist bisher vernachlässigt worden. Die wiederholte Gleichsetzung der Zahl positiv Getesteter mit der Zahl der Infizierten vernebelt den Blick, die Zählweise bei Corona-Toten ebenfalls. (…) Der Maßstab der Regierung, ab wann eine Abschwächung der Maßnahmen geboten ist, basiert auf einer Scheinzahl von Infizierten, die aber nichts mit der Realität gemein hat.“

#7 Prof. Dr. Gerd Bosbach, Professor (Nachdenkenseiten.de am 03.04.2020)
  • Gleichbleibende Anzahl Infizierte – mehr Infizierte durch mehr Tests:
    • Die Aussage stammt aus Kalenderwoche 14. Wie hier ersichtlich, ist nicht nur die Testmenge von KW10 bis einschließlich KW14 gestiegen, sondern auch die Positivrate (dritte Spalte).

„Erste Analysen österreichischer COVID-19 Sterbezahlen nach Alter und Geschlecht: Wir analysieren die Alters- und Geschlechtsverteilung der gemeldeten COVID-19 Verstorbenen in Österreich. Übereinstimmend mit internationalen Studien legen auch die österreichischen Daten nahe, dass das Sterberisiko mit dem Alter stark ansteigt. Die beobachtete Altersabhängigkeit ist konsistent mit der des allgemeinen jährlichen Sterberisikos in Österreich.“

#8 Institut für Medizinische Statistik (IMS) (MED Uni Wien (PDF) am 21.04.2020)
  • Das Sterberisiko steigt stark mit dem Alter:
    • Keine neue Erkenntnis. Allerdings auch keine Kritik an Corona oder den Pandemie-Maßnahmen.

„‚Wer rechnen kann und ein Zahlenverständnis hat, ist dem Schwindel der Statistik nicht wehrlos ausgesetzt. Das erweist sich gerade in der Corona-Krise als nützlich.‘ Meyerhöfer sieht ‚auch eine Krise der mathematischen Bildung‘. ‚Wir sehen rasant steigende Infizierten-Zahlen, und diese Kurve ängstigt uns.‘ (…) ‚Es sind Zahlen, die Kontaktsperren und Geschäftsschließungen legitimieren‘ (…) Meyerhöfer verweist auf den statistischen Umgang mit den Verstorbenen: ‚In der statistischen Praxis wird ein Mensch, der mit Corona stirbt, als ein an Corona Gestorbener gezählt. Ob er an Corona gestorben ist, geht daraus nicht hervor.’“

#9 Prof. Dr. Wolfram Meyerhöfer (Rubikon.news am 03.04.2020)
  • Unterstellt den offiziellen Zahlen nicht korrekt zu sein, ohne genau darauf einzugehen.
  • Moniert, dass nicht erkennbar ist, ob ein Mensch „mit“ oder „an“ Corona gestorben ist:

„Die Zahl der gemeldeten Infektionen hat nur eine geringe Aussagekraft, da kein populationsbezogener Ansatz gewählt wurde, die Messung auf einen zurückliegenden Zeitpunkt verweist und eine hohe Rate nicht getesteter (v.a. asymptomatischer) Infizierter anzunehmen ist. (…) Die allgemeinen Präventionsmaßnahmen (z.B. social distancing) sind theoretisch schlecht abgesichert, ihre Wirksamkeit ist beschränkt und zudem paradox (je wirksamer, desto größer ist die Gefahr einer ‚zweiten Welle‘) und sie sind hinsichtlich ihrer Kollateralschäden nicht effizient.“

#10 Prof. Dr. Matthias Schrappe, Hedwig François-Kettner, Dr. Matthias Gruhl, Franz Knieps, Prof. Dr.
Holger Pfaff, Prof. Dr. Gerd Glaeske (Schrappe.com am 05.04.2020)
  • Es würde eine „hohe“ Dunkelziffer bestehen – allerdings ohne Beleg wie hoch diese ist und ob sie sehr hoch oder nur wenig höher ist.
  • Dass asymptomatische Fälle weniger erfasst werden, ist ebenfalls keine neue Information, denn wer keine Symptome entwickelt, geht auch nicht zum Arzt um sich testen zu lassen – außer es gab Kontakt mit Infizierten.
  • Maßnahmen werden kritisiert, da sie bei bei großer Wirksamkeit eine zweite Welle verursachen würden:
    • Da eine Herdenimmunität ohne Impfstoff nicht ohne zu viele Sterbefälle erreicht werden kann, müssen die Maßnahmen effektiv sein (siehe hier).

„Tom Jefferson, ein Epidemiologe und ehrenamtlicher Forschungsstipendiat am Zentrum für evidenzbasierte Medizin der Universität Oxford, sagte, die Ergebnisse seien ’sehr, sehr wichtig‘. Er sagte dem BMJ: ‚Die Stichprobe ist klein, und es werden mehr Daten zur Verfügung stehen.Außerdem ist nicht klar, wie diese Fälle genau identifiziert wurden. Aber sagen wir einfach, dass sie verallgemeinerbar sind. Und selbst wenn sie zu 10% ausfallen, deutet dies darauf hin, dass das Virus überall ist. Wenn – und ich betone, wenn die Ergebnisse repräsentativ sind, dann müssen wir fragen: Warum zum Teufel sperren wir uns ein?’“

#11 Tom Jefferson (epidemiologist) (BMJ.com (Englisch) am 02.04.2020)
  • Das Virus sei angeblich bereits vor dem Ausbruch überall gewesen und hätte Jahre lang inaktiv ‚geschlummert‘. Die gleiche Behauptung stellte Tom Jefferson bereits über die Spanische Grippe 1918 auf. In beiden Fällen ist es nachvollziehbar (und auch logisch), dass dies nicht der Wahrheit entspricht. (Euronews.com (Englisch)).

„Sowohl in China als auch in Südkorea begann die soziale Distanzierung also erst lange, nachdem die Zahl der Infektionen bereits rückläufig war, und sie hat sich daher nur sehr wenig auf die Epidemie ausgewirkt. Das bedeutet, dass man dort bereits Herdenimmunität erreicht hatte, oder man stand kurz davor, die Herdenimmunität zu erreichen. Sie stand unmittelbar bevor. Aber durch die Anordnung der sozialen Distanzierung verhinderten sie, dass es tatsächlich zum Endpunkt kam, weshalb wir auch einige Wochen nach dem Höhepunkt noch immer neue Fälle in Südkorea sehen.“

#12 Prof. Dr. Knut Wittkowski (Vitalstoff blog am 06.04.2020)
  • Angeblich standen China und Südkorea bereits kurz vor einer Herdenimmunität:
    • Studien zeigten, dass im Juni nur eine Stadt in der Nähe einer Herdenimmunität sei und zwar eine Stadt in Italien mit >50%. Allerdings stünden weitere Tests und Bestätigungen aus (CGTN (Englisch)).
    • Aktuelle Zahlen aus Südkorea zeigen eine zweite Welle, die sehr viele Fälle bestätigt, was bei einer „beinahe erreichten Herdenimmunität“ nicht möglich wäre (CDC.GO.KR (Englisch)).
  • Zusätzliche Informationen, siehe Beiträge „Herdenimmunität„.

„Nach langer Bedenkzeit wende ich mich an die verbliebenen Vernunftbegabten. Und ich möchte mir trotz möglicher Anfeindungen, Shit Storms oder Stigmatisierung das Recht nicht nehmen lassen, Kommentare von Journalisten, sogenannten Experten sowie Entscheidungen politischer Verantwortungsträger kritisch zu hinterfragen. (…) Prozentsatz von schweren Fällen und Todesraten um den Faktor 10 überschätzt. (…) Wer das aktuelle Vorgehen fälschlicherweise als angemessen bewertet, müsste dies anlässlich der jährlichen Influenza-Daten bei uns wohl jedes Jahr in der Influenza-Saison mit gleicher Konsequenz aufs Neue erfordern müssen.“

#13 Prof. Dr. Dr. Martin Haditsch (Youtube am 30.03.2020)
  • Vergleich mit Influenza:

„‚Die Versorgungsqualität geht gerade in den Keller‘, sagt der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe Professor Ulrich Hegerl. ‚Das könnte Leben kosten. Die Zahl der Suizide könnte steigen.‘ Depressionen seien jährlich die Ursache für die meisten Suizide. (…) Die Deutsche Depressionshilfe empfiehlt Betroffenen, in Zeiten häuslicher Quarantäne aktiv zu bleiben und einen Tagesrhythmus zu pflegen. Schlafzeiten sollten nicht verlängert werden, weil zu viel Schlaf eine Depressionsschwere erhöhen kann.“

#14 Prof. Dr. Ulrich Hegerl (Rundschau-online am 26.03.2020)
  • Durch die Maßnahmen würden Depressionen und somit auch Suizide steigen können:
    • Ende Mai gab es diesbezüglich erste Zahlen, welche dies widerlegen (DW.com).

„Früher nannte man die Lungenentzündung am Ende des Lebens den Freund des alten Menschen. Und jetzt geht man her, diagnostiziert die Corona-Infektion und macht daraus einen Intensivfall und kann die Patienten natürlich trotzdem nicht retten. Die sind einfach zu schwer krank.“

#15 Dr. Matthias Thöns (Ruhr24.de am 14.04.2020)

„In meinem ersten Video zu COVID-19 schlug ich vor (…), dass die Todesrate bei etwa 0,7% liegen sollte. Heute wurde mir das Gegenteil bewiesen. Die Zahl der Todesfälle liegt tatsächlich bei einem Zehntel davon. Hier ist die ungeschminkte Wahrheit: COVID-19 ist nicht viel schlimmer als eine schlimme Grippe.“

#16 Prof. Sam Vaknin (Youtube-Video ist nicht mehr verfügbar)
  • Covid-19 sei eine harmlose Erkrankung:
    • Siehe Eintrag #1.
  • Sofern sich Sam Vaknin auf die Situation in Israel bezieht, so ist dazu zu sagen, dass die Sterberate in Israel aufgrund des deutlich geringeren Altersdurchschnitts ebenfalls geringer ist als in den meisten europäischen Staaten. In diesem Fall ließe sich diese Aussage jedoch nicht auf die Situation in Deutschland anwenden und daraufhin die Maßnahmen in Deutschland nicht wegen einem anderen Verlauf in Israel kritisieren.

„Die Furcht vor Covid-19 basiert auf seiner hohen geschätzten Todesrate – laut Weltgesundheitsorganisation und anderen Organisationen sind 2 bis 4% der Menschen mit bestätigtem Covid-19 gestorben. (…) Wir glauben, dass diese Schätzung zutiefst fehlerhaft ist. (…) Wenn die Zahl der tatsächlichen Infektionen viel größer ist als die Zahl der Fälle – um Größenordnungen größer – dann ist auch die tatsächliche Sterblichkeitsrate viel niedriger. Das ist nicht nur plausibel, sondern nach dem, was wir bisher wissen, auch wahrscheinlich.“

#17 Prof. Dr. Eran Bendavid und Prof. Dr. Jay Bhattacharya (WSJ.com (Englisch) am 24.03.2020)
  • Verharmlosung der Todesrate mit „glauben“ und „Wenn“:
    • Siehe diesbezüglich den Artikel „Sterberate„.

„In der Infektiologie wird zwischen Infektion und Erkrankung unterschieden. Es sollten also nur Patienten mit Symptomen – wie in diesem Fall Fieber oder Husten – als Neuerkrankungen in die Statistik eingehen. Mit anderen Worten: Eine Neuinfektion, festgestellt durch einen Labortest, bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir es mit einem neu erkrankten Patienten zu tun haben, der ein Krankenhausbett benötigen wird. (…) Drakonische Maßnahmen, die die Grundrechte der Menschen auf so umfassende Weise einschränken, dürfen doch nur verhängt werden, wenn es gesicherte Hinweise dafür gibt, dass ein neues Virus überaus gefährlich ist. (…) Gab es je einen solchen wissenschaftlich begründeten Hinweis für COVID-19? Aus meiner Sicht lautet die einfache Antwort: Nein.“

#18 Prof. Dr. Sucharit Bhakdi (Youtube am 29.03.2020)
  • Fordert, dass offizielle Zahlen nicht mehr aus der Anzahl an Infizierten, sondern Anzahl an Erkrankten bestehen sollen. Dies würde zwar die Gesamtanzahl verringern, allerdings die Sterberate künstlich nach oben treiben, was am Ende nur einer Schönmalerei entspricht. Um jedoch Durchseuchungsraten, Sterberaten, den Anteil an Intensivbehandlungen/Krankenhausaufenthalten berechnen zu können, werden alle(!) Daten benötigt:
    • Wie viele Menschen sind infiziert.
    • Wie viele Menschen zeigen Symptome.
    • Wie viele Menschen zeigen starke Symptome und benötigen eine Behandlung.
    • Wie viele Menschen müssen intensiv behandelt werden.
    • Wie viele Menschen sterben.

„In Heinsberg etwa ist ein 78 Jahre alter Mann mit Vorerkrankungen an Herzversagen gestorben, und das ohne eine Lungenbeteiligung durch Sars-2. Da er infiziert war, taucht er natürlich in der Covid-19-Statistik auf. Die Frage ist aber, ob er nicht sowieso gestorben wäre, auch ohne Sars-2. In Deutschland sterben jeden Tag rund 2500 Menschen, bei bisher zwölf Toten gibt es in den vergangenen knapp drei Wochen eine Verbindung zu Sars-2. Natürlich werden noch Menschen sterben, aber ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: Es könnte durchaus sein, dass wir im Jahr 2020 zusammengerechnet nicht mehr Todesfälle haben werden als in jedem anderen Jahr.“

#19 Professor Dr. Hendrik Streeck (ohne „c“ im Vornamen) (FAZ am 16.03.2020)
  • Covid-19 sei eine harmlose Erkrankung:
    • Siehe Eintrag #1.
  • In Deutschland gäbe es im Jahr 2020 keine Übersterblichkeit:
    • Aufgrund der erfolgten Maßnahmen konnte die Grippesaison vorzeitig beendet werden (in KW12, siehe RKI).
    • Diese fehlende Übersterblichkeit gründet auf den Maßnahmen, so sieht es in den meisten(!) anderen Ländern nämlich komplett anders aus. Siehe Vergleich auf EC.Europa.EU (Englisch).
    • Wer die Maßnahmen aufgrund dieser Entwicklung kritisiert, unterliegt dem Präventionsparadox.

„Diese schwerwiegenden gesamtgesellschaftlichen Maßnahmen [Anmerkung: Interviewfrage nach Kontaktsperren und Ausgangsbeschränkungen] müssen wir so kurz und so niedrig intensiv wie möglich halten, denn sie könnten möglicherweise mehr Krankheits- und Todesfälle erzeugen als das Coronavirus selbst. (…) Wir wissen, dass zum Beispiel Arbeitslosigkeit Krankheit und sogar erhöhte Sterblichkeit erzeugt. Sie kann Menschen auch in den Suizid treiben. Einschränkung der Bewegungsfreiheit hat vermutlich auch weitere negative Auswirkung auf die Gesundheit der Bevölkerung.“

#20 Prof. Dr. Gérard Krause (ZDF am 29.03.2020)
  • Schwerwiegende Maßnahmen müssen kurz und niedrig intensiv wie möglich gehalten werden:
    • In Deutschland gab es keine ähnlich restriktiven Maßnahmen wie beispielsweise in Italien (siehe hier, hier und hier) oder Frankreich (siehe hier, hier und hier) und die Maßnahmen dauerten auch nicht so lange an.
  • Maßnahmen sorgen für weitere Todesfälle:
    • Hier wird nicht auf den genauen Umstand hingewiesen. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2008 gab es viele Todesfälle aufgrund nicht finanzierbarer medizinischer Behandlungen. Dies lässt sich jedoch eher auf bspw die USA als auf Deutschland beziehen, da man in Deutschland auch ohne Job medizinisch versorgt wird.
    • Weitere Möglichkeit: Erhöhte Depressionen und daraus resultierende Suizidraten konnten Ende Mai 2020 nicht bestätigt werden (siehe Eintrag #14).

Thematische Zusammenfassung der ersten 20 Beiträge

Schwerpunkt der AussageAnzahlin Prozent
Verharmlosung Covid-19 als harmlose Krankheit / (deutlich) geringe(re) Sterberate / Mortalität sowie Vergleich mit Influenza945%
Menschen wären auch ohne eine Covid-19 Infektion innerhalb der nahen Zukunft verstorben315%
Direkte oder indirekte Forderung/Gutheißung einer Herdenimmunität210%
Höhere Anzahl an Suiziden/Depressionen aufgrund der Maßnahmen210%
Steigende Anzahl Infizierter durch erhöhte Anzahl von Tests15%
Unterschied mit/an Corona sterben15%
Keine Übersterblichkeit/Präventionsparadox15%
Keine direkte Kritik an Corona oder den Pandemie-Maßnahmen210%
Da mehrere Themen innerhalb eines Zitates angesprochen werden können, entspricht die Summe mehr als 100%.

Fast die Hälfte aller Aussagen verharmlosen das Corona-Virus, wodurch die Maßnahmen als überzogen dargestellt werden.

Zum zweiten Teil geht es hier lang.

Artikelbild Quelle hier

Von Admin

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